Minispielfest in der Tegelsbarg-Halle

1. Akt – Tegelsbarg-Halle Samstag abend 21.00 Uhr
Ein Punktspiel einer Herrenmannschaft läuft seinem Ende entgegen: verschwitzte Leiber, viele ältere Spieler, von denen manche wie Hercules kämpfen, tiefes dumpfes Rufen auf beiden Seiten.
Durcheinander geworfene Trinkflaschen liegen hinter den Auswechselbänken. Es sind weit mehr Durstlöscher als Zuschauer zu finden.
Die Atmosphäre: betriebsam aber man müsste noch mal zwanzig sein.

21.17 Uhr: noch einmal ertönt die schrille Pfeife des Schiedsrichters: Abpfiff.
21.20 Uhr: das Shake-Hands ist beendet und augenblicklich ändert sich die Atmosphäre erneut: viele Jugendliche und einige „Mutti-Typen“ gehen schnellen Schrittes zielgerichtet auf die Geräteräume zu. Schließlich bleibt nicht viel Zeit bis 22.00 Uhr und jeder weiss, was er zu tun hat.
Mattenwagen rollen heraus, kleine und große Kästen werden in die Halle gebracht. Viele Jugendliche tragen rot-weiß-bemalte Einzelteile. Hieraus werden die Tore zusammen gesetzt.
Was zu tun ist: 2 Minifelder quer müssen komplett aufgebaut und abgeklebt werden und auf der verbleibenden Fläche muss die Tobelandschaft entstehen. Bei der Tobelandschaft gibt es einen Zettel, einen wichtigen Zettel: den Architekturplan sozusagen. Alle schauen drauf, beraten sich, um anschliessend Turngeräte zu schieben und zu positionieren. Hier treffen wir auf einige der älteren Spieler, die bereit sind, noch auf ihre Dusche zu verzichten und mit anzupacken. Die Helfer sind für jede Unterstützung dankbar. Die Zeit sind uns permanent im Nacken, aber kurz nach 22.00 Uhr steht dann die komplette Fläche. Vorher musste noch kurz von den älteren Spielern die Haltbarkeit ausprobiert werden . . . und auch, ob sie noch in die kleineren Tore treffen . . . .

2. Akt – Sonntag Morgen 8.50 Uhr
Die Atmosphäre: die Ruhe vor dem Sturm
Unsere „Mutti-Typen“, allesamt sehr engagiert im Verein, sind schon da, Klaro. Und natürlich mit Kaffee und Bechern bewaffnet! Die jugendlichen Betreuer treffen nach und nach ein; manche doch noch müde dreinschauend.
Babsi und Verena, die beiden vom Imbiss am Eingang, bereiten ihren Stand vor.

3. Akt – Sonntag Morgen 9.15 Uhr
Die Atmosphäre: Kinderpiraten entern die Halle!
Der Lärmpegel steigt merklich in dem Masse, in dem sich die Tribünen mit Eltern und ihren Sprösslingen füllen. Überall ziehen sich die Kleinen ihre Trikots an, werden T-Shirts und Hosen von Mama oder Papa ordentlich zusammen gelegt. Aus den mitgebrachten Körben erscheinen Trinkflaschen und viele kleine Plastikdosen. Obst, Kekse und Brote sind darin essfertig für Zwischendurch verstaut.
Die Trainer und Trainerinnen sammeln ihre Mannschaften zusammen, erklären, geben Anweisungen. Die Jungsmannschaften werfen munter Bälle auf die Tore, wohingegen die Mädchen doch etwas zaghaft scheinen. Lieber erst mal abwarten und schauen . . . Die Tobelandschaft wird sofort von allen in Beschlag genommen.

4. Akt – Sonntag Morgen 9.30 Uhr
Die Atmosphäre: kribbelige Aufgeregtheit.
Die Begrüssungsworte sind gesprochen. Der erste Spielabschnitt beginnt. Von nun an
heisst es für alle Teams, 12 Minuten um Ball und Tore kämpfen.
Die quer aufgebauten Felder sind für 6-8jährigen allemal groß genug. 4 Feldspieler und ein Torwart stehen sich pro Mannschaft gegenüber.
Die Regeln sind auf die wesentlichen beschränkt: Einwurf, Tor (der berühmte Doppelpfiff), Freiwurf und Anwurf. Schritte? Schrittfehler? Hier sind die Schiedsrichter seeeehr großzügig. Denn Laufen und Prellen gleichzeitig ist koordinativ sehr anspruchsvoll. Und man ist viel schneller unterwegs, wenn man den Ball einfach festhält und losrennt! Nun ja, so nach gefühlten 15 Schritten muss dann dieser Tempogegenstoss abgepfiffen werden.
Viele der jungen Balljäger sind erst seit ein paar Monaten bei den Minis. Hier können wir gut sehen, wie komplex das Handballspiel ist: ständig ändert sich das Spielgeschehen, weil der Ball permanent seine Position – und oft die Richtung! – ändert. Dementsprechend laufen die Kinder. Für manche ist das jetzt noch zu viel. Fällt ein Tor, jubeln alle: der Torschütze, seine Mitspieler, die Auswechselspieler, die TrainerInnen – und die Eltern!

5. Akt – 10.10 Uhr
Die Atmosphäre: maximale Betriebstemperatur erreicht
Halbzeit im ersten Spielabschnitt. Der Lärmpegel ist nichts für empfindliche Ohren! So langsam schwitzen auch die Trainer und Trainerinnen. Es ist anstrengend, die Handballflöhe immer wieder rechtzeitig einzusammeln – „wo laufen sie denn?“ Sie laufen auf und unter der Tobelandschaft, sie laufen an der Seite, sie sitzen bei ihren Eltern. 12 Minuten betreuen, das heisst auch, 12 Minuten alles aus den Stimmbändern heraus zu holen, quasi Pavarotti und Bartoli an der Seitenlinie. Und die Uhr im Blick haben. Schließlich wollen alle Kinder spielen und man darf das Auswechseln nicht vergessen. Und Anweisungen fürs Spielgeschehen reinbrüllen: „hol dir
den Ball“ – „wen deckst du?“ „jeder hat einen“ „kommt zurück, Mittelanwurf“, „wirf“ „wiiiiirf!!!“

6. Akt – 12.00 Uhr
Die Atmosphäre: ich könntʻ jetzt aufs Sofa
Der erste Spielabschnitt ist beendet. Alle haben ihr Bestes gegeben. Jedes Kind hat eine kleine Süßigkeitentüte und eine Caprisonne erhalten. Schließlich sind hier alle Sieger. Es kehrt etwas Ruhe ein. Die Kleinen sind, je nach Verlauf, stolz, glücklich, noch aufgeregt, etwas deprimiert – „ich habʻ nie den Ball gekriegt“ – abgekämpft, müde. Die BetreuerInnen sammeln die Trikots wieder ein, verabschieden sich von ihren Sprösslingen und deren Eltern und wünschen schöne Sonntage. Die haben langsam auch genug und sorgen für Ordnung. Plastikdosen und Trinkflaschen verschwinden wieder in
den Körben. Durchatmen für die TrainerInnen. Kurze Gespräche untereinander, hier und da ein Lachen. Kräfte noch mal bündeln, denn um 12.40 Uhr beginnt der zweite Abschnitt mit den fortgeschrittenen Minis.

7. Akt – 12.20 Uhr
Die Atmosphäre: souveräne Kinderpiraten zeigen sich selbstbewusst!
Es ist nicht ganz so laut. Gut. Nein, sehr gut! Die grösseren Minikinder und ihre Eltern sind schließlich schon alte Hasen. Routiniert zieht man sich um, kommen Trinkflaschen zum Vorschein. Natürlich gibt es auch hier freundliche Begrüssungsworte. Die Schiedsrichter wechseln. Hier wird auch schon mehr gepfiffen: Übertritt und „ordentliche“ Tempogegenstösse, also nur noch so ca. 3-5 Schritte . . . Die Mannschaften zeigen ihr handballerisches Können: die offensive Manndeckung klappt bei vielen Teams, sicheres Fangen und Passen ebenso. Auch das Laufen mit Prellen ist hier keine Herausforderung. Entsprechend schnell wird der Ball bereits gespielt und es fallen dadurch viele Tore. Auch der eine oder andere „Klein-Bitter“ zeigt durch Reaktionsschnelligkeit und Mut sein frühes Talent. Die Begeisterung auf den Rängen ist entsprechend.

8. Akt – 14.00 Uhr
Die Atmosphäre: nur noch aufs Sofa!
Das Spielfest neigt sich dem Ende: der letzte Spielabschnitt läuft, alle Süßigkeiten sind angefordert oder bereits ausgeteilt. Durch das Mikrofon kommt die freundliche Aufforderung, dass „unsere“ Eltern beim Abbau
behilflich sind frei nach dem Motto „viele Hände schaffen ein schnelles Ende“.

9. Akt – 14.15 Uhr
Die Atmospäre: erschöpft, aber geschafft!
Alle packen an – die Tobelandschaft verschwindet innerhalb weniger Minuten im Geräteraum. Bloß nichts falsch weg stauen, das gäbe Ärger mit der Schule . . . . Zum Glück gibt es Fotos, die zeigen, wo was hingehört.
Die Klebebänder werden in langen Stücken abgerissen und auch die rot-weiß bemalten Einzelteile werden wieder geschleppt. Dornröschenschlaf bis zum Februar. Oben auf dem Gang erbarmt sich eine Trainerin, um den gröbsten Müll einzusammeln; ebenso auf den Tribünen. Und nicht gerade wenig. Das Spielfest hat wieder einmal reibungslos geklappt, obwohl es immer nur eine Handvoll Aktive sind, die die Organisation stemmen. Alle Trainer und Trainerinnen setzen sich immens für den Nachwuchs ein. Ein paar Jahre weiter sind es dann erfolgreiche D-C- oder B-Jugend Spieler und Spielerinnen, über die oft mit stolz geschwellter Brust berichtet wird.
Die Anfänge werden dann gerne vergessen.

Ein Sorgenkind gibt es aber doch: die freiwilligen Schiedsrichter, die aus eigenen Reihen im C-B-Jugendbereich gestellt werden. Es macht unglaublich Mühe, Jugendliche zu motivieren. Eigentlich schade, denn die meisten haben als Minis angefangen. Deswegen unsere Bitte: unterstützt uns an einem Sonntag Vormittag. Natürlich freuen wir uns auch über Unterstützung aus Reihen der Eltern.

Maren Goldenbaum-Henkel
Oktober 2011

Übersicht:
alle Spiele der
SG Hamburg-Nord

nächste Heimspiele:

1.Herren: 25.11.17 – 20:00 gegen TSV Hürup

1.Damen: 9.12.17 – 18:00 gegen HL Buch-Rosen 2


Aktuelles Hallenheft

hier blättern


SPONSOR DES MONATS

/www.smileys.de/


Berichte Minis/Zwerge/Schulhandball

  • Zur Zeit werden keine Berichte angezeigt!